HCI MS Vogerunner insolvent

Das Amtsgericht Hamburg hat am 5. Februar das vorläufige Insolvenzverfahren über die Gesellschaft des Schiffsfonds HCI MS Vogerunner eröffnet (Az.: 67c IN 47/16). Für die Anleger drohen nun Verluste bis hin zum Totalverlust der Einlage.

Das Emissionshaus HCI Capital legte den Schiffsfonds MS Vogerunner im Jahr 2008 auf. Anleger konnten sich mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro beteiligen. Insgesamt wurden zur Finanzierung des Fondsschiffes knapp 22 Millionen Euro bei Anlegern eingesammelt und rund 43 Millionen Euro Fremdkapital aufgenommen.

Für die Anleger war die Beteiligung an dem Schiffsfonds HCI MS Vogerunner keine Erfolgsgeschichte. Die Ausschüttungen blieben hinter den prognostizierten Erwartungen zurück und 2012 musste ein Sanierungskonzept für den wirtschaftlich angeschlagenen Fonds umgesetzt werden. Die nachhaltige Rettung ist dadurch offenbar nicht gelungen. Nun ist die Insolvenz eingetreten. „Für die Anleger steht durch den Eintritt der Insolvenz viel auf dem Spiel. Sie könnten ihre gesamte Einlage verlieren. Möglicherweise werden vom Insolvenzverwalter auch Ausschüttungen wieder zurückgefordert“, sagt Rechtsanwalt Dr. Perabo-Schmidt von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.

Allerdings können sich die Anleger gegen die drohenden Verluste wehren. „Gerade bei der Vermittlung von Schiffsfonds ist es immer wieder zu einer fehlerhaften Anlageberatung gekommen. Durch diese Falschberatung können Schadensersatzansprüche entstanden sein“, so Dr. Perabo-Schmidt.

Im Zuge einer anleger- und objektgerechten Beratung hätten nicht nur die Vorzüge der Geldanlage präsentiert werden dürfen, sondern auch deren Risiken dargestellt werden müssen. Schiffsfonds sind konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt. Diese führten dazu, dass in den vergangenen Jahren etliche Schiffsfonds in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten und zum Teil Insolvenz anmeldeten. Durch die meist langen Laufzeiten und die erschwerte Handelbarkeit der Anteile sind den Anlegern aber die Hände gebunden und sie können nicht auf die Entwicklung reagieren. Am Ende kann für sie der Totalverlust der Einlage stehen. Dennoch wurden in den Beratungsgesprächen die Risiken häufig verschwiegen. Die unzureichende Risikoaufklärung kann ebenso wie das Verschweigen der Rückvergütungen (Kick-Backs) an die vermittelnde Bank zu Schadensersatzansprüchen führen.

Die Kanzlei Cäsar-Preller vertritt bundesweit geschädigte Anleger.

 

 

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