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Schiffsfonds: Krise hält an – Schadensersatzansprüche der Anleger

Mehrere hundert Schiffsfonds haben in den vergangenen Jahren Insolvenz angemeldet. Anleger haben dadurch bereits viel Geld verloren. Schiffsfonds-Anleger, die bisher noch von einer Insolvenz der Fondsgesellschaft verschont blieben, können immer noch nicht aufatmen. Ein Ende der Krise der Handelsschifffahrt ist nach wie vor nicht in Sicht.

Urteil: Schiffsfonds zur Altersvorsorge generell ungeeignet

Etliche Schiffsfonds-Anleger haben mit ihrer Geldanlage Schiffbruch erlitten. Die Darstellung in vielen Beratungsgesprächen, dass Schiffsfonds sichere und renditestarke Kapitalanlagen sind, verkehrte sich in der Realität häufig ins Gegenteil. „Allerdings können die Anleger in Fällen einer solchen Falschberatung häufig auch Schadensersatzansprüche geltend machen“, sagt Rechtsanwalt Sebastian Rosenbusch-Bansi von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.

NDR-Bericht: Geschädigte Schiffsfonds-Anleger gehen auf die Barrikaden

Geschädigte Schiffsfonds-Anleger haben die Nase voll. In Hamburg demonstrierten zu Jahresbeginn Kleinanleger, die durch ihre Investition in Schiffsfonds viel Geld verloren haben. Ihre Vorwürfe richten sich sowohl gegen die vermittelnden Banken als auch gegen die Emissionshäuser selbst. Sie hätten schon von Beginn an wissen müssen, dass die Aussichten auf Renditen nur gering seien, so ein Vertreter der Anleger im Schleswig-Holstein-Magazin, das der NDR am 2. Januar ausgestrahlt hatte.

Schiffsfonds: Zahl der Schiffsverkäufe steigt

Ein Ende der Krise in der Handelsschifffahrt ist derzeit nicht absehbar. Nach Zahlen der Deutschen FondsResearch hat sich die Krise im ersten Halbjahr sogar noch verschärft.  Genau 100 Schiffe sollen in den ersten sechs Monaten verkauft worden sein. Im Vorjahr waren es insgesamt 86 Schiffe. Hauptgrund für die Verkäufe sei die wirtschaftliche Schieflage der Schiffe.

Krise der Schifffahrt: Landesbanken erhöhen Risikovorsorge

Eine Erholung der Schifffahrt scheint weiterhin nicht in Sicht zu sein. Die Nord LB und die HSH Nordbank erhöhten nach einem Bericht des fondstelegramms jetzt wegen der anhaltenden Krise der Schifffahrt ihre Risikovorsorge. „Das ist ein deutliches Zeichen, wie schwierig die Situation in der Schifffahrt nach wie vor von den Finanzexperten eingeschätzt wird“, sagt Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden.

MIDIR Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG

In den vergangenen Jahren hat der Markt für Beteiligungen an Schiffsfonds regelrecht geboomt. Dabei beteiligten sich die Anleger regelmäßig als Kommanditisten mit einer bestimmten Einlage (oftmals zwischen 10.000 EUR und mehreren 100.000 EUR) an Schifffahrtsgesellschaften. Mit dem eingesammelten Geld erwarben die Gesellschaften dann Frachter, Öltanker oder ähnliche Seeschiffe. Die Anleger sollten dabei am Gewinn der Schifffahrtunternehmen durch regelmäßige Ausschüttungen (meist halbjährlich) profitieren. So sah es auch das Konzept der MIDIR Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG vor.

Das Konzept vieler Schiffsfonds ging in der Vergangenheit allerdings nur bis zum Eintritt der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 gut. Die im Zuge dieser Krise eingesetzte Flaute im weltweiten Frachtverkehr brachte viele Schiffsfonds in eine wirtschaftliche Schieflage. So konnten etwa die meist nur befristet abgeschlossenen Charterverträge nicht verlängert werden. Sämtliche Ausfallkosten waren dann von den jeweiligen Schifffahrtgesellschaften zu tragen, die – in Ermangelung ausreichenden Eigenkapitals – Ausschüttungen an die Anleger einstellten und teilweise sogar getätigte Ausschüttungen zurückforderten bzw. Nachschüsse verlangten. Das gesamte Anlagekonzept war damit hinfällig. Vielen Anlegern droht aktuell sogar das Totalverlustrisiko.  Dieses Schicksal fürchten nun auch die Anleger der MIDIR Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG.

Rechtsanwalt Cäsar-Preller aus Wiesbaden, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, berät seit nunmehr über 15 Jahren geschädigte Anleger von solchen Beteiligungsmodellen. Er gibt vielen Anlegern Hoffnung: Oftmals sei das Geld nicht endgültig verloren, so der Spezialist für Kapitalmarktfragen. Gerade wenn ein Anlageberater (etwa eine Bank) zu dem Beteiligungsmodell geraten und dieses vermittelt hat, können Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung gegen diesen geltend gemacht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn nicht ausreichend über die Risiken der jeweiligen Kapitalanlageform belehrt wurde. Zu den Risiken zählen etwa der Totalverlust des eingezahlten Kapitals, die schlechte Handelbarkeit der Anteile auf einen Zweitmarkt und die damit verbundene Nichtverfügbarkeit des eingezahlten Kapitals. Zum Teil wurde auch wahrheitswidrig damit geworben, dass die Beteiligung an einem Schiffsfonds sich für die Altersvorsorge eigenen würde, was einen ganz evidenten Fall der Falschberatung begründet.

Auch gegen den Emittenten des Fonds kommt ein Vorgehen in Betracht, etwa wenn der Fondsprospekt Risiken falsch oder überhaupt nicht darstellt. Dann besteht nämlich oftmals ein Anspruch auf Rückabwicklung des Geschäfts, mit der Folge, dass der Anleger seine ursprüngliche Einlage Zug-um-Zug gegen Übertragung des Kommanditanteils zurückerhält.

Die Kanzlei Cäsar-Preller vertritt bundesweit erfolgreich geschädigte Anleger von Schiffsfonds.

Schiffsportfolio 3 von Nordcapital- Ausschüttungen weit unter Plan

Der 2007 aufgelegte Dachfonds Schiffsportfolio 3 von Nordcapital (Nordcapital Treuhand GmbH & Cie. KG)  investierte seinerseits in Beteiligungen an fast 200 verschiedenen Schiffsfonds.
Rechtsanwalt Cäsar-Preller: „Diese breite Streuung hält den Fonds einerseits zwar über Wasser, andererseits konnte die Schifffahrtskrise trotzdem voll einschlagen. Die Einnahmen blieben entsprechend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Anleger erhielten entsprechend geringe Ausschüttungen. Die Krise ist auch noch lange nicht ausgestanden. Die Zeiten für Anleger bleiben daher äußerst unsicher.“

Diese können aber möglicherweise Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen, die bis zur völligen Rückabwicklung der Investition führen können. Gründe hierfür können fehlerhafte Anlageberatung oder Prospektfehler sein. „Unsere Erfahrung zeigt gerade bei Schiffsfonds, dass die Anlageberatung häufig nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Schiffsfonds wurden oft als sichere Kapitalanlage oder Altersvorsorge angepriesen. Tatsächlich sind sie aber einem enormen wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt. Auf dieses Risiko, bis hin zum Totalverlust ihres Geldes, hätten die Anleger im Beratungsgespräch hingewiesen werden müssen“, erklärt Cäsar-Preller. Darüber hinaus hätten die Anleger auch über die Provisionszahlungen für die Vermittlung der Anlage aufgeklärt werden müssen.

Ein weiterer Ansatzpunkt für mögliche Schadensersatzansprüche ist, dass der Verkaufsprospekt bereits fehlerhaft war. In jedem Fall sollten sich geschädigte Anleger an einen versierten Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden.

Die Kanzlei Cäsar-Preller vertritt bundesweit erfolgreich geschädigte Anleger von Schiffsfonds.