Blue Ships 1 Renditefonds MS Avalon Scenery: Anlegern drohen hohe Verluste

Anlegern des Blue Ships 1 Renditefonds MS Avalon Scenery drohen nach dem Verkauf des Flusskreuzfahrtschiffes hohe Verluste. Nach Angaben des „fondstelegramm“ können die Anleger nur noch mit einer Schlusszahlung von ca. acht Prozent rechnen. Bisher haben die Anleger rund 33 Prozent an Ausschüttungen erhalten. Unterm Strich steht demnach für die Anleger ein Verlust von knapp 60 Prozent ihrer Einlage.

Flusskreuzfahrten erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. An diesem Geschäft sollten auch die Anleger des Schiffsfonds Blue Ships 1 Renditefonds MS Avalon Scenery partizipieren, an dem sie sich seit September 2007 mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro beteiligen konnten. Insgesamt wurden rund sechs Millionen Euro bei den Anlegern eingesammelt und zusätzlich noch ca. 8,4 Millionen Euro Fremdkapital aufgenommen. Bis zum Jahr 2013 erhielten die Anleger noch regelmäßig Ausschüttungen. Doch danach war Schluss.

Da das Fluss-Kreuzfahrtschiff in Frankreich eingesetzt wurde, machte die steigende Angst vor Terroranschlägen in Frankreich dem Schiffsfonds zu schaffen, da die Zahl, vor allem der US-amerikanischen Touristen, deutlich zurückging. Schließlich wurde Ende 2016 der Verkaufsbeschluss gefasst. Im März wechselte das Schiff dann für rund sechs Millionen Euro den Besitzer. Für die Anleger bleibt nach Tilgung der restlichen Darlehensverbindlichkeiten und sonstigen Kosten allerdings nicht mehr viel übrig. Die Schlusszahlung an die Anleger wird voraussichtlich lediglich rund acht Prozent betragen. „Damit sind fast 60 Prozent des eingesetzten Kapitals der Anleger verloren, wenn sie sich nicht gegen die Verluste wehren“, sagt Rechtsanwältin Jessica Gaber von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.

Eine Möglichkeit die Verluste zu minimieren, liegt in der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Diese können wiederum aus einer fehlerhaften Anlageberatung resultieren. Denn im Zuge einer ordnungsgemäßen Anlageberatung hätten die Anleger auch über die Funktionsweise und die Risiken eines Schiffsfonds aufgeklärt werden müssen. „Mit den Fondsanteilen erwerben die Anleger in der Regel unternehmerische Beteiligungen und stehen damit auch im unternehmerischen Risiko. Besonders schwerwiegend ist dabei das Totalverlust-Risiko für die Anleger. Über diese Risiken müssen sie daher zwingend aufgeklärt werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Aufklärung in den Beratungsgesprächen häufig ausgeblieben oder nur völlig unzureichend erfolgt ist. Aus so einer Falschberatung können sich Schadensersatzansprüche ergeben“, erklärt Rechtsanwältin Gaber.

Die Kanzlei Cäsar-Preller vertritt bundesweit geschädigte Anleger.

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